Zur Schwarzen Pforte

Organisationen

Das Militär

Das Militär ist die unangefochtene Macht des Landes, eine allgegenwärtige Präsenz, die Ordnung, Sicherheit und Kontrolle verspricht. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein Bollwerk der Stabilität, ein Ort, an dem Menschen sich sicher fühlen können. Rekruten marschieren in glänzenden Rüstungen durch die Straßen, Fahnen wehen auf Kasernenhöfen, und die Propaganda spricht unaufhörlich vom „Schutz des Volkes“. Viele sehen in ihm den einzigen Ausweg aus einem Leben in ständiger Angst vor Monstern, Kriminellen oder dem Chaos der Welt.

Doch dieser sichere Hafen ist ein goldener Käfig. Wer einmal in den Fängen des Militärs landet, kommt nur noch tot wieder frei. Besonders gnadenlos ist es gegenüber allem, was nicht menschlich ist – oder was sich der menschlichen Norm entzieht. Chimären, Homunkuli, Magierkinder, ja sogar mächtige Alchemisten: Für das Militär sind sie keine Personen, sondern Werkzeuge. Waffen, die man kontrollieren, ausbeuten oder brechen muss. Sie werden eingesperrt, zerlegt, erforscht und gezwungen, im Namen des Staates zu dienen.

Menschen ohne besondere Fähigkeiten können in den Reihen des Militärs immerhin noch Karriere machen, Ruhm erlangen oder ein sicheres Auskommen finden. Doch für Nicht-Menschen und Übernatürliche gilt das nicht. Sie besitzen keinerlei Rechte. Mit ihnen darf gehandelt werden, als seien sie Vieh. Sie dürfen gejagt, missbraucht oder verkauft werden – und niemand wird jemals Rechenschaft darüber fordern. Selbst ihre Tode sind wertlos, denn oft enden sie namenlos in den geheimen Laboren, wo ihr Blut, ihre Knochen und ihre Seelen zu Forschungszwecken missbraucht werden.

Gerade deshalb ist das Militär zugleich verlockend und furchteinflößend. Für normale Bürger wirkt es wie ein sicherer Hafen. Für alles andere ist es ein Gefängnis – oder ein Schlachthaus. Und für die Bar „ZwischenWelten“ bedeutet es eine ständige Gefahr: Jeder Soldat, der eintritt, könnte Freund oder Feind sein.

Das Militär – Untergruppen

Die Legionen

Die regulären Armeen, die in den Städten und an den Grenzen stationiert sind. Diszipliniert, brutal effizient und tief im Alltag der Menschen verwurzelt. Sie sind das Gesicht des Militärs nach außen: Paradeuniformen, Fahnen, Trommeln und eiserne Ordnung. Doch sobald es um „Nicht-Menschen“ geht, fallen die Masken: Kinder werden verschleppt, Kreaturen in Ketten gelegt, Experimente durchgeführt.

Die Schwarzen Klingen

Eine geheime Eliteeinheit, die offiziell nicht existiert. Sie jagt besonders mächtige Magier, entflohene Chimären und alles, was der Forschung des Militärs dienen könnte. Ihre Soldaten tragen schwarze Masken, sprechen nie, und hinterlassen nur verbrannte Erde. Die Schwarzen Klingen sind unter Alchemisten und Magiern gleichermaßen gefürchtet.

Die Militärischen Forschungsanstalten

Versteckt in Burgen, unter Kasernen oder in weit entfernten Bergwerken betreibt das Militär Labore, in denen Alchemie und Magie auf grausame Weise erforscht werden. Homunkuli werden seziert, Chimären gebrochen, und Menschen für Experimente benutzt. Hier verschwindet, was nie wieder auftauchen soll.


Die Alchemisten-Zirkel

Die Alchemisten-Zirkel sind offiziell nicht existent. Die große Öffentlichkeit spricht nicht von ihnen, und das Militär verbietet ihre Versammlungen streng. Doch im Verborgenen blühen sie, wie Pilze im Dunkeln. Manche Zirkel bestehen nur aus wenigen Schülern, die bei einem alten Meister lernen; andere sind ganze Netzwerke, die Städte durchziehen und Handel mit Wissen, Substanzen und Leben selbst treiben.

Alchemie ist eine Macht, die auf Regeln basiert – Regeln, die sich von der Magie unterscheiden und für Außenstehende wie kalte Logik wirken. Doch jeder Alchemist weiß, dass die Regeln ebenso Fesseln wie Rettungsanker sind. Tabus dürfen nicht gebrochen werden, denn sonst tritt der Gatekeeper hervor. Ein mystisches, geschlechtsloses Wesen, das letzte seiner Art. Wer Alchemie missbraucht, verliert alles: Körper, Seele, Erinnerung. Nur ein Kratzer an den Tabus genügt, und der Gatekeeper erhebt seine Hand.

Die Zirkel selbst sind nicht weniger grausam als das Militär. Sie sehen in Homunkuli und Chimären keine Personen, sondern Ergebnisse, Experimente, Werkzeuge, Fehlschläge und gelegentlich Meisterwerke. Manche Zirkel verkaufen diese „Erzeugnisse“ weiter – sei es an das Militär, an Monsterjäger oder an die Unterwelt. Menschenhandel ist hier kein Randphänomen, sondern Alltag. Wer bei den Alchemisten lebt, lebt unter der ständigen Gefahr, selbst Teil eines Kreises zu werden.

Die Alchemisten-Zirkel – Untergruppen

Der Zirkel des Blutes

Eine extremistische Fraktion, die den Wert des Lebens selbst als Schlüssel zur Erkenntnis sieht. Sie erschaffen Homunkuli und Chimären in Serie, betrachten sie aber nicht als Wesen, sondern als Werkzeuge. Für sie ist Blut die ultimative Substanz, und jedes Tabu wird nur als „Hindernis auf dem Weg zur Wahrheit“ betrachtet.

Der Kreis der Asche

Eine verborgene Gemeinschaft, die im Untergrund operiert und fast religiös den Gatekeeper verehrt. Sie glauben, dass der Gatekeeper das letzte göttliche Wesen sei und sehen Alchemie als heiligen Weg, sich ihm zu nähern. Sie überschreiten keine Tabus – nicht aus Angst, sondern aus Verehrung.

Die Gilde der Händler

Pragmatische Alchemisten, die ihr Wissen gegen Gold verkaufen. Sie produzieren Tränke, Elixiere und alchemistische Waffen, beliefern sowohl das Militär als auch die Unterwelt und kümmern sich wenig um Moral. Für sie ist Alchemie ein Geschäft, und jedes Geschäft ist erlaubt.

 

Die Monsterjäger

Monsterjäger treten gerne als Helden auf. Sie nennen sich „Beschützer der Menschheit“ und stellen sich in den Straßen stolz mit Trophäen zur Schau: Reißzähne, Hörner, Felle, Schädel. Sie werden gefeiert, bewundert, und die Bevölkerung glaubt ihnen, dass sie die Welt sicherer machen.

Doch was sie jagen, ist nicht nur das, was nachts in den Wäldern heult. Für Monsterjäger ist alles, was nicht menschlich ist, ein legitimes Ziel. Chimären, Homunkuli, sogar verängstigte Kinder, die ihre Magie nicht kontrollieren können – für sie sind es Bestien, Beute, Bezahlung. Und wo keine Bezahlung winkt, erfinden sie Gründe, warum ein bestimmtes Wesen gefährlich sei.

Sie handeln mit toten Körperteilen, mit magischen Essenzen, mit lebenden Gefangenen. Ihr Geschäft blüht im Verborgenen wie auch in der Öffentlichkeit, denn viele der Monsterjäger arbeiten direkt für das Militär. Und wer ihnen entkommt, muss sich oft in der Unterwelt verbergen – oder endet in den Katakomben unter der Bar.

Die Monsterjäger – Untergruppen

Die Silbernen Klingen

Ein Orden von streng organisierten Jägern, die fast ritterlich auftreten. Sie sehen sich als Helden und werden von der Bevölkerung verehrt – doch hinter den Kulissen handeln sie mit Trophäen und Gefangenen. Ihre „ritterliche Ehre“ endet dort, wo Profit beginnt.

Die Schattenhetzer

Eine lose Bande von brutalen Einzelgängern, die nachts jagen, ohne Regeln, ohne Ehre. Sie nehmen, was sie finden, und verkaufen an den Höchstbietenden. Ihre Grausamkeit ist berüchtigt: Sie foltern Beute, reißen Körperteile heraus, während die Opfer noch leben, und prahlen mit den Ergebnissen.

Die Wildpfad-Brüder

Eine fast druidisch anmutende Fraktion, die behauptet, nur „gefährliche“ Wesen zu töten. Sie nehmen ihre Beute aber lebend gefangen und züchten sie weiter, um Jagdgründe zu erschaffen. Im Geheimen halten sie Chimären wie Vieh, um daraus Nachwuchs für ihre „heiligen Jagden“ zu schaffen.


Die Hexenjäger

Hexenjäger unterscheiden sich von Monsterjägern vor allem in ihrem Fokus. Für sie ist die größte Bedrohung nicht das Tierhafte, sondern das Übernatürliche. Jeder Magier, egal wie jung oder unschuldig, gilt ihnen als Gefahr. Sie brennen Häuser nieder, wenn sie den Verdacht auf Hexerei wittern. Sie foltern Geständnisse aus Unschuldigen, jagen Familien in die Flucht und hinterlassen verbrannte Erde, wohin sie gehen.

Ihre Überzeugung ist fanatisch: Magie sei ein Fehler in der Schöpfung, eine Krankheit, die ausgemerzt werden muss. Viele Hexenjäger sind religiös verblendet, andere von Hass zerfressen. In ihren Augen sind Magier keine Menschen, sondern wandelnde Katastrophen, die nur durch Feuer gebändigt werden können.

Hexenjäger sind brutal, unberechenbar und gnadenlos. Während Monsterjäger handeln, als wären sie Geschäftsleute, sind Hexenjäger Fanatiker. Und gerade das macht sie noch gefährlicher – weil man mit Fanatikern nicht verhandeln kann.

Die Hexenjäger – Untergruppen

Der Orden der Flamme

Die älteste und gefürchtetste Sekte. Sie glauben, dass Feuer das einzig wahre Reinigungsmittel sei. Ganze Dörfer brannten schon, wenn auch nur der Verdacht auf Magie fiel. Ihre Anführer tragen Masken aus verkohltem Eisen, die ihnen ein dämonisches Antlitz verleihen.

Die Puritaner

Eine fast bürokratische Sekte, die sich auf Prozesse, Geständnisse und öffentliche Hinrichtungen stützt. Sie halten penibel Listen über „verdächtige Personen“, führen Register über Magierblutlinien und gehen systematisch vor. Ihr Schrecken liegt in der Ordnung, nicht in der Raserei.

Die Krähen

Eine radikale Splittergruppe, die abtrünnige Magier jagt und selbst mit dunklen Ritualen experimentiert. Sie glauben, dass man die Magie aus Magiern „herausschneiden“ kann – und dass diese Essenz die ultimative Waffe sei. Niemand weiß, ob sie Wahnsinnige oder Visionäre sind.

 

Die Unterwelt-Gangs

Die Unterwelt ist das Netz, das alles miteinander verbindet. Sie ist inoffiziell, unsichtbar, aber allgegenwärtig. Gangs kontrollieren Straßenzüge, Schmuggelrouten, Glücksspiel, Prostitution und Menschenhandel. Sie kaufen den Alchemisten Ergebnisse ab, verkaufen sie weiter an das Militär oder an reiche Sammler, und verdienen an jeder Angst, die sie schüren.

Nicht alle Gangs sind gleich: Manche sind brutal und blutig, andere subtil und diplomatisch. Doch allen gemeinsam ist, dass sie im Schmutz leben und aus dem Schmutz Macht gewinnen. Für die Nicht-Menschen sind sie gleichzeitig Gefahr und Zuflucht. Manche Gangs verstecken Chimären oder Homunkuli in ihren Verstecken – nur um sie später teuer zu verkaufen. Andere bieten Schutz gegen Soldaten oder Jäger, solange der Preis stimmt.

Die Unterwelt ist keine Einheit, sondern ein Dschungel von Fraktionen, Bündnissen und Verrat. Und sie hat Augen und Ohren überall. Jeder Fehler, jede Schwäche, jede kleine Macht – die Gangs finden sie, und sie nutzen sie.

Die Unterwelt-Gangs – Untergruppen

Die Schwarzen Ratten

Eine Straßenbande, die in den Abwasserkanälen lebt. Sie handeln mit allem: Drogen, gestohlenen Waren, Informationen – und Menschen. Sie sind unorganisiert, aber zahlreich, und überall in der Stadt zu finden. Wer einen Rattenmann verrät, verschwindet.

Die Nattern

Eine elegante, wohlhabende Gang, die sich auf Menschenhandel spezialisiert hat. Sie betreiben geheime Auktionshäuser, in denen Magierkinder, Chimären und Homunkuli verkauft werden. Sie arbeiten eng mit korrupten Alchemisten zusammen und haben enge Verbindungen ins Militär.

Die Knochenbrüder

Brutale Schläger, die ganze Straßenzüge kontrollieren. Sie sind weniger am Handel interessiert als an Gewalt, Schutzgeld und Macht. Jeder Ladenbesitzer kennt ihre Zeichen, jeder Bewohner fürchtet ihre Rache. Doch unter der Fassade haben auch sie ihre Finger im Menschenhandel.

Die Aschennacht

Eine mysteriöse Organisation, die fast wie ein Geheimbund funktioniert. Niemand kennt ihre Gesichter, sie tragen Masken und agieren nur nachts. Sie sind die Verbindungsstelle zwischen Unterwelt, Alchemisten und Militär. Gerüchte besagen, dass sie sogar direkten Kontakt mit dem Gatekeeper suchen.

 

Die Magierfamilien

Magie ist ein Fluch und ein Segen zugleich. Sie ist angeboren, kann nicht künstlich erschaffen werden, und Kinder mit dieser Gabe überleben selten untrainiert die ersten zehn Lebensjahre. Doch in Familien, in denen Magie immer wieder geboren wird, haben sich über die Generationen Strukturen gebildet: abgeschottete Clans, die im Verborgenen leben, ihr Wissen streng hüten und alles daran setzen, ihre Linie zu schützen.

Diese Familien sind keine Adelshäuser im klassischen Sinn. Sie wechseln ständig ihre Wohnorte, tarnen sich, nehmen andere Namen an und verschwinden spurlos, wenn Gefahr droht. Ihre Macht liegt in der Gemeinschaft, in alten Zauberbüchern, geheimen Ritualen und in einem Netz von Verbindungen, das bis tief in Unterwelt und Alchemisten-Zirkel reicht.

Doch so unterschiedlich sie sind, eint sie ein grausames Schicksal: Das Militär betrachtet sie nicht als Menschen, sondern als Waffen. Werden sie entdeckt, gibt es nur drei Wege: Tod, lebenslange Gefangenschaft – oder Zwangsdienst. Viele Familien wurden so ausgelöscht oder in den Dienst der Legionen gezwungen.

Einige wenige Familien wagen es trotzdem, im Verborgenen aktiv zu sein. Manche verkaufen ihre magischen Dienste an reiche Auftraggeber. Andere schützen aktiv jene, die von den Hexenjägern verfolgt werden. Und manche gehen noch weiter: Sie jagen das Militär selbst, mit Blut und Feuer, aus blankem Hass und Überlebenswillen.

Untergruppen innerhalb der Magierfamilien:

  • Die Bewahrer: Sie widmen sich dem Schutz ihrer Nachkommen. Ihr Leben ist Flucht, Tarnung und Verstecken. Ihre Magie ist defensiv, subtil, aber mächtig.

  • Die Händler: Diese Familien setzen auf Pragmatismus. Sie bieten Schutzzauber, Flüche oder geheime Rituale gegen Gold oder Gefallen an.

  • Die Rächer: Kleine, zerschlagene Clans, die keine Kinder mehr haben. Ihre Magie ist auf Vernichtung gerichtet, und sie haben nur noch ein Ziel: das Militär brennen sehen.

 

Die Bar „Zur schwarzen Pforte“ als Fraktion

Die Bar ist weit mehr als nur ein Ort des Alkohols und der zwielichtigen Geschäfte. Sie ist ein Machtzentrum im Kleinen – ein neutraler Boden, ein Sammelpunkt für alles, was anders ist. Hier treffen Chimären auf Schmuggler, Alchemisten auf Jäger, Magier auf Unterweltgrößen.

Der Barbesitzer sorgt mit eiserner Hand für Regeln: Kein offener Menschenhandel innerhalb der Mauern. Kein Töten im Hauptraum. Keine Verräterei unter Stammgästen. Diese Gesetze sind ungeschrieben, aber jeder kennt sie, und jeder weiß, dass Verstöße hart bestraft werden – notfalls mit einem schnellen Verschwinden durch den unterirdischen Fluchtweg.

Die Bar ist damit eine paradoxe Fraktion: Sie ist weder legal noch illegal, weder gut noch böse. Sie schützt, was in ihren Mauern Zuflucht sucht – aber außerhalb kann der Besitzer wenig tun. Er hasst den Menschenhandel, doch er weiß, dass er ihn nicht aufhalten kann. Stattdessen konzentriert er sich auf das, was er beeinflussen kann: die Sicherheit seines Personals und die Neutralität seiner Bar.

Untergruppen innerhalb der Bar als Fraktion:

  • Das Personal: Jeder Angestellte bringt eigene Kontakte, Fähigkeiten und Geheimnisse ein. Sie sind das Herz der Bar und zugleich die Schutzmauer, die Gäste von Gefahren trennt.

  • Die Stammgäste: Wiederkehrende Figuren, die nicht nur trinken, sondern Informationen, Schutz und manchmal sogar Magie in die Bar bringen. Manche sind Freunde, manche sind stille Beobachter, manche Spione.

  • Die Chimären im Untergrund: Von der Bar im Fluchtweg geduldet, teilweise sogar beschützt. Sie sind unsichtbare Bewohner, die den Ort noch gefährlicher, aber auch einzigartiger machen.

Die Bar ist ein Mikrokosmos der ganzen Welt: Hier stoßen alle Strömungen zusammen. Hier entscheidet sich oft, ob jemand Freund oder Feind wird, ob Geheimnisse bewahrt oder verraten werden. Wer die Bar betritt, betritt nicht nur ein Wirtshaus – er tritt in das Herz eines Netzwerks, das mehr Fäden in den Untergrund spinnt, als selbst das Militär ahnt.